haiku
haiku

Unsere Freudin Barbara Ehrensperger hat diesen Haiku für Matthias gedichtet und das Bild aufgenommen. Danke, Barbara!

In den letzten schwierigen und hektischen Wochen haben Hannah, Marie und ich von überraschend vielen Mitmenschen unermüdliche und grosszügige Unterstützung erhalten. Dafür möchte ich mich auch hier nochmals von ganzen Herzen bedanken. Bitte habt auch Verständnis dafür, dass ich nicht all die vielen Mails persönlich beantworten kann.

Die Zeit, die wir in Muri verbracht haben, hat uns viel Geborgenheit geschenkt. Wir haben uns jedoch entschieden, unsere Pläne durchzuziehen und zurück nach Santa Fe zu fliegen. Ich bin überzeugt, dass es so in Matthias’ Sinne ist. Seit einer Woche sind Hannah, Marie und ich nun wieder hier. Es tut uns gut, nach dem gnadenlosen Murianer Nebel wieder jeden Tag bei klarem Himmel und Sonnenstrahl aufzuwachen. Unsere alten und neuen Freunde hier haben sich riesig über unsere Rückkehr gefreut.

Auch wenn das Leben sich noch wie gedämpft fühlt, gehen die Mädchen und ich mit Babyschritten voran. Jeder kurze Augenblick, während dem wir uns für etwas begeistern, etwas bewundern, oder über etwas lächeln oder sogar lachen, ist ein Geschenk. Wie Trittsteine werden uns solche Augenblicke helfen, den Schmerz und die Abwesenheit zu überbrücken. Ein Riesenschritt, auf den Hannah und Marie sich sehr gefreut haben, war die Rückkehr zur Schule.

Letzten Sonntag waren wir mit einer Schulkameradin von Hannah und ihrer Mutter, die beim National Park Service arbeitet und Vogelbeobachterin ist, gut zwei Stunden im Wald unterwegs. Wir sind vom Audubon Center (davon hat Marie schon mal hier erzählt) los gelaufen und haben noch auf dem Gelände, zwischen den Gebäuden, wilde Truthähne gesehen! Die kurze Wanderung an der herrlich frischen Luft hat uns gut getan. Danach haben wir Mailänderli gebacken, die Hannah und Marie am Montag in der Schule aufgelegt haben. Und ich bin sehr froh, dass mir meine ehemalige Studiumfreundin Julia zur Seite steht und dass wir oft zusammen etwas unternehmen.

Morgen fahren die Mädchen und ich zum Bosque del Apache, einem Naturreservat ca. 2.5 Stunden südlich von hier. Wir hoffen dort – unter anderem – Kraniche und Schneegänse zu sehen. Wir werden bis am Sonntag bleiben. Ursprünglich hatten Matthias und ich geplant, gleich nach seiner Rückkehr, während den Thanksgiving-Schulferien dort zu übernachten. Ich bin froh, dass wir diesen Ausflug trotzdem machen, denn Matthias wird sicher bei uns sein und sich auf die Vogelwelt freuen.

Wir haben uns ausserdem bei dem „Gerard’s house“ angemeldet. Es ist eine Stelle für Kinder, Teenies und Familien, die von einem Todesfall betroffen wurden. Es bietet eine sichere Umgebung mit professioneller Begleitung. Die Leiterin ist eine Freundin von meiner Freundin Julia. Als wir die Video auf ihrer Website angeschaut  haben, meinten Hannah und Marie sofort „ja, da gehen wir hin“. Beide Mädchen und ich werde ein mal pro Woche, acht Wochen lang uns mit Gleichaltrigen und Betreuern treffen.

Zum Schluss: Hannah und Marie haben diese Woche spontan zwei Gedichte auf Englisch geschrieben, die mich zu Tränen berührt haben. Beide sind jetzt in der Schule, haben mir ihr Einverständnis gegeben, ihre Gedichte auf unserem Blog zu veröffentlichen.