Stairways to heaven

Ich hatte erwartet, dass alles ganz schnell gehen würde. In Büchern wird die lange Wartezeit, bis man endlich die Flugtickets bekommt, gar nicht erwähnt und auch nicht die labyrinthischen Gänge in den Flughäfen, durch die man seinen Weg zum Gate finden muss.

Letzten Dienstag wurde mir wieder mal bewusst, was für schöne Lügen uns bedruckte Seiten erzählen. Es gab einige Probleme mit dem Gepäck, wir verpassten ein Flugzeug und als wir endlich in Albuquerque ankamen, war die Hitze so drückend, dass wir sie fast anfassen konnten.

Während der Fahrt vom Flughafen nach Santa Fe kam mir alles enttäuschend normal vor. Der Himmel hatte für mich die selbe Farbe wie in der Schweiz, die Wolken ebenfalls. Blaue Berge zierten wie Kleiderfalten den Horizont, nur das Gras war nicht so grün und saftig wie bei uns.

Inzwischen habe ich gemerkt, wie falsch ich lag. Das Blau des Himmels leuchtet in einem intensiven Türkis und schimmert ein wenig, als läge der Staub dieser Wüstenartigen Gegend in der Luft. Kaninchen fressen das Gras in unserem Garten und Kolibris surren wie funkelnde Diamanten durch die Luft. Die Häuser sind nach Indianerart aus Lehm gebaut und geben mir den Eindruck, soeben in Israel eingezogen zu sein.

Doch das, was mich am meisten berührt, sind die Menschen. Immer freundlich und hilfsbereit, fragen sie uns nach dem Grund für unseren Aufenthalt und empfehlen uns Restaurants und Geschäfte in Santa Fe. Sie reden mit uns, als wären wir keine Ausländer, sondern gute Freunde.

Ich bin begeistert von dieser Stadt, von ihren Bewohnern, Tier und Mensch, und der warmen Stimmung, die einen hier überall umgibt wie eine schwere Parfümwolke.

Hannah