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Dienstag Morgen hat sich die achte Klasse für unseren ersten Ausflug bereitgemacht. Wir stopften unsere Schlafsäcke, Matratzen, Zelte und ein halbes Dutzend Kühltruhen in einen Pickup und stiegen in den Minibus, der der Schule gehört. Nach etwa drei Stunden Fahrt, während der wir alle möglichen verrückten Geschichten ausgetauscht haben, erreichten wir schliesslich El Malpais National Monument. Die roten Felsen, die früher Sanddünen am Meeresgrund waren, ragen weit hinauf und sind umgeben von einem schwarzen Lavafeld. Die kleinen Vulkane, die eher wie Hügel aussehen und früher als „erloschen“ eingestuft wurden, werden seit dem Ausbruch von St. Helens wieder als „schlafend“ bezeichnet.

Nach einer kleinen Wanderung und einem Besuch in einem visitor center schlugen wir auf dem Joe Skeen Primitive Campground unser Lager auf. Primitiv – das ist durchaus wahr. Kein fliessendes Wasser, einen kleinen Unterstand pro Gruppe und Toiletten, in denen es von zeigefingerlangen, schwarzen, haarigen Raupen nur so wimmelt.

Schlangenbrot in New Mexico!Unser Abendessen bestand aus Burritos mit Bohnen, Käse und Salat, Spaghettis und Nudelsalat. Dann versuchte ich meinen Freundinnen beizubringen, wie man Schlangenbrot richtig backt. Ich hatte einige Zeit damit verbracht, gerade Stöcke zu suchen, was in einer Gegend, die nur von Büschen bewachsen ist, nicht besonders einfach ist. Wir wickelten den Pizzateig um die Stöcke und ich versuchte, ihnen zu erklären, warum man das Schlangenbrot nicht direkt in die Flammen hält. Es war sehr lustig, auch wenn mein Brot innen roh und aussen schwarz war :-).

Eine Nachtwanderung schloss den Tag ab und zeigte uns die Ruhe und Macht der Natur. Habt ihr schon mal im Pijama mitten auf einer sandigen Strasse gelegen, über euch die Sterne, goldene Punkte, die um die Milchstrasse herumtanzen? Wir lagen da und genossen es einfach, hörten die Grillen zirpen und das Rascheln der Eidechsen im Gras und fühlten uns klein und beschützt.

Am nächsten Tag fuhren wir zur Acoma Pueblo Sky City. Oben auf einer Mesa, einem hohen, flachen Felsen thronend, krallen sich die lehmigen Häuser an die Erde. Wir haben in Geschichte durchgenommen, wie die Spanier die Acomas eingenommen haben. Ich könnte hier so viel erzählen, aber dazu bin ich ein bisschen zu dscn5766müde. Vielleicht ein anderes Mal.

In der Sky City waren die meisten Strassen ausgestorben, aber vor manchen Häusern stehen Stände mit wunderschönen Töpfereien. Die Verkäuferinnen erklärten uns die Bedeutungen der Farben, der Muster und der Formen. Türkis ist Geborgenheit und Zuflucht, weiss und hellrosa Mutter Erde. Die Schildkröte steht für Alter und Weisheit, der Wolf für listig.

Die Kirche war wirklich schön, mit weissen Wänden und einem sehr hohen Dach aus Föhren. Regenbogen sind an die beiden längeren Wände gemalt und symbolisieren den Regen. Unter ihnen die Maispflanzen, die für gute Ernte stehen.

Was ich sehr interessant fand, war, dass alle Häuser den Frauen gehören. Die Ehemänner können so viele Häuser bauen, wie sie wollen, sie werden immer den Frauen gehören, genauso wie alle Gegenstände darin. Die Frauen stehen in sehr hoher Gunst. Vielleicht sollte der Rest der Welt sich ein Vorbild an den Acomas nehmen…

Hannah