Nach dem Schnuppertag im Februar

In der 7. und 8. Klasse findet der Biologie-Unterricht jede Woche an der Santa Fe River.
Quelle: Santa Fe Girls School

In einer Woche fängt die Schule an! Es ist Hannah, Marie und mir ganz recht so: Die beiden sind auf diese Schule und auf ihre neue Schulkameradinnen sehr gespannt, und ich freue mich auf eine neue, ruhige und produktive Routine… Ausserdem ist Matthias letzten Donnerstag für sechs Wochen zurück in die Schweiz geflogen, und es wird langsam Zeit, dass ich mich wieder mit Erwachsenen unterhalte!

Deshalb waren Marie und ich ziemlich aufgeregt, als wir heute Abend zur Informationsveranstaltung gingen, die die Santa Fe Girls School für alle (dreizehn!) 6-Klässlerinnen und ihre Eltern angeboten hatte. Das anschliessende Abendessen war ein typisches „potluck“ – jeder bringt etwas mit –  und die Unterhaltung (natürlich) nett und lustig. Nach den ersten kurzen Hemmungen hat sich Marie schnell sehr wohl gefühlt.  Hannah ist nach ihrem Irish dance-Unterricht rechtzeitig zum Abendessen zu uns gestossen. Wir hatten bereits letzte Woche eine Fahrgemeinschaft mit einer Mutter abgemacht, deren Tochter die gleiche Tanzschule und die gleiche Klasse wie Hannah besucht (small world!).

Fahrgemeinschaften zu organisieren, war übrigens heute Abend einer der Traktanden, erstens weil die Schulleitung sehr umweltbewusst ist, und zweitens, weil die meisten Schülerinnen weit weg wohnen. Eine Familie wertete aber eine kleine Sensation, weil ihre beiden Töchter (in der 6. und in der 8. Klasse, wie Hannah und Marie) mit dem Velo zur Schule fahren werden!! Sie wohnen ein Kilometer von der Schule, etwa so nah wie wir.

Der grosse Schneefall und das Schneechaos, die wir bei unserem Besuch im Februar hier erlebt hatten, scheinen keine Ausnahme zu sein: In der Girls school fängt in solchen Fällen wie in den öffentlichen Schulen einfach die Schule zwei Stunden später an bzw. hört nachmittags früher auf. Es braucht kein Kettentelefon: Fernseh und Radio informieren die Familien.

Die Schule legt viel Wert auf Mathe- und Wissenschaftsunterricht, so dass diese beiden Fächer je von zwei verschiedenen Lehrkräften unterrichten werden, mit unterschiedlichen Ansätzen. Als die Mathe-Lehrerin (und Mitgründerin der Schule) erklärte, dass sie dieses Jahr einen integrierten Mathe-Geschichte-Bildenden Kunstunterricht einführen würde, haben alle applaudiert. Und als sie „Holzschnitzerei“ als Stichwort beifügte, fragte die Mutter neben mir, ob sie auch in die 6. Klasse dürfe. Ich glaube, da wäre sie nicht die Einzige!

Michèle