„Und, habt ihr euch wieder gut eingelebt?” Seit wir letzten Juli aus Santa Fe zurückgekommen sind, haben wir diese Frage schon unzählige Male zu hören bekommen. Obwohl sie gut gemeint ist, weiss ich nicht immer, was damit gemeint ist: Ob wir uns in unserem kleinen Schweizer Dorf eingelebt haben, oder an den Gedanken gewöhnt haben, dass er nicht mehr bei uns ist.

Natürlich ist es ein harscher Kontrast zwischen Muri mit seinen 7’000 Einwohnern und Santa Fe, der kulturellen, spirituellen und historischen Hauptstadt, dem weltoffenen, touristischen Zentrum und Paradies für Wanderer und Vogelbeobachter. Aber Muri ist unser Zuhause, vor allem für Hannah und Marie. Was ich hier am meisten vermisse, sind der weite Horizont und das Gefühl, dass “der Himmel die Grenze ist”. Aber vielleicht werde ich lernen, auch hier meinen Horizont und meine Grenzen zu erweitern.

Hannah, Marie und ich hatten uns auf ein leeres Haus voll von Matthias’ Abwesenheit vorbereitet. Es war auch tatsächlich schwierig, ohne ihn neue Routinen zu finden. Ich vermisse ihn nicht nur zu Hause, aber auch bei der Arbeit. Doch es war schön, wieder zu alten Freunden zurückzukehren.

Bevor wir zurück nach Europa gekommen sind, haben wir mehrere grossartige Reisen in Nord Amerika unternommen. Wir verbrachten das Ostern Wochenende in White Sands National Monument, einem Paradies für Fotografen, etwa 4 Stunden südlich von Santa Fe. Während den Frühlingsferien, unternahmen wir eine fast 3000-Kilometer Fahrt nach Arizona und besichtigten unter anderem den Grand Canyon, die blühende Wüste in der Nähe von Phoenix, das Desert Museum in Tucson und den Canyon de Chelly. Sofort nach dem Schulabschluss flogen wir nach Vancouver und verbrachten ein paar wunderbare Tage mit John und Jill Innes und ihrem süssen, lustigen Hund Banjo. John war bis 1999 Matthias’ und mein Chef, und es war ein weiterer Schritt in unserem Heilungsprozess, ihn und seine Frau zu besuchen. Es ist wundervoll, Erinnerungen von Matthias mit anderen Menschen zu teilen.

Das nächste Highlight war unsere 2.5-Wochen-Reise nach Kalifornien im Juni, während welcher wir für 4 tolle Tage bei Greg und Mary Biging in der San Fransisco Bay Area blieben. Greg war Matthias’ Professor und Doktorvater an der Universität Berkeley, und garantiert auch wie ein grosser Bruder für ihn. Matthias hatte sieben Jahre in Berkeley verbracht bevor er 1993 in die Schweiz zog. Während unseres vorherigen USA-Aufenthaltes in 2004/2005 hatte er grossen Spass daran gehabt, uns seine liebsten Wälder, Strände, Wanderungen und National Parks zu zeigen – und natürlich seine Freunde vorzustellen – genau wie ich letzten Juni.

Im vergangenen Jahr haben wir allmählich gelernt, wie resilient wir sind. Wir schliessen neue Freundschaften, wir reisen, wir bauen zuhause um, und vor allem halten wir zusammen. Traurige Augenblicke werden seltener. Immer wieder fühlen wir uns von Matthias’ Liebe und Gottes Segen umgeben, und ich bin zuversichtlich, dass es nächstes Jahr genau so sein wird.

Wir wünschen euch Frohe Weihnachten und ein Schönes Neues Jahr.

Michèle, Hannah und Marie

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