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„Krächz!“ Ein Rabe landete auf dem Baum vor mir und betrachtete mich mit einem schelmischen Glitzern in den Augen. Sein blauschwarzes Gefieder glänzte in der Sonne und er schien zu wissen, was für ein prachtvolles Bild er abgab. Nach einem Moment erhob er sich stolz in den unwahrscheinlich azurblauen Himmel und zog über uns seine Kreise.

Wie schön die Canyons von oben aussehen müssen! Pastellorange und ockergelbe Felsen, übersät mit smaragdgrünen Farbtupfern. Der Mesa Verde National Park ist wahrlich eine Augenweide.

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Es dauerte nicht lange, bis Mom anhielt, um ein Foto von zwei Raben, vermutlich einem Jungen und einem Elternteil, auf einer Föhre zu machen. Während Marie mit Dad im Schlepptau vorausging, beschloss ich, auf Mom zu warten.

Nach einer Weile hörte ich aufgeregtes Flattern. Ein älterer Rabe, vermutlich das andere Elternteil, hatte sich auf der obersten Spitze eines Baums direkt über Moms Kopf niedergelassen. Mit einer Kralle riss er bis zu zwanzig Zentimeter lange Rindenstücke von der Föhre und liess sie dann unter lautem Gekrächze fallen.

Ich fand das ziemlich lustig, zumindest solange, bis mir bewusst wurde, dass der Rabe es auf meine Mutter abgesehen hatte. Erschrocken beobachtete diese, wie der Rabe mehrmals auf sie zu flog und dann im letzten Moment auswich.

„Er wollte sein Kind verteidigen“, sagte sie mir später in fast ehrfurchtsvollem Ton. Beim Gedanken daran, wie Mom einen eventuellen Angreifer ihrer Kinder mit Rindenstückchen bewarf, musste ich grinsen grinsen.

Hannah

PS: 360°-Panoramabilder zu unserer Wanderung auf dem Petroglyph Trail könnt ihr hier anschauen (es braucht etwas Geduld, bis das Bild scharf ist, dann kann man das Bild mit der Maus „drehen“):

http://360.io/362SFH,

http://360.io/gqtWrt

http://360.io/wvqJSZ